An der Stelle eines der ältesten urbanen Zentren konnten Wissenschaftler mit Hilfe von Fernerkundungsdaten eine riesige mesopotamische Siedlung namens Lagash identifizieren.

Sie bestand einst aus vier sumpfigen Inseln, die durch Wasserwege miteinander verbunden waren. Schon vor fast 5.000 Jahren blühte das Leben in diesem sumpfigen Gebiet zwischen Euphrat und Tigris im Südirak, schreibt Ancient Origins.

Mesopotamien. Quelle:David Stanley

Eine der an dem Projekt beteiligten Personen war Emily Hammer, Anthropologin und Archäologin an der Universität von Pennsylvania. Sie setzte eine speziell ausgerüstete Drohne ein, die ihr unschätzbare Einblicke in Lagash, den Kern eines der ältesten Staaten der Welt, ermöglichte.

Die Drohne wurde 2019 sechs Monate lang eingesetzt, um das Gebiet zu fotografieren. Die Regenfälle haben dazu beigetragen, neue Daten zu gewinnen. Sie führten zu einer starken Aufnahme von Salz und salzhaltiger Feuchtigkeit. Dies erleichterte die Lokalisierung von Gebäuden, Straßen und Wasserwegen, die fast auf Bodenhöhe liegen.

Man nimmt an, dass Lagash zwischen 4900 und 4600 gegründet wurde, aber heute ist es als Tell el-Hiba bekannt. Die ersten Ausgrabungen wurden vor mehr als 40 Jahren durchgeführt. Es wurde dann festgestellt, dass die Stätte vor etwa 3.600 Jahren von Menschen verlassen wurde. Vorläufige Analysen anderer Anthropologen, Historiker und Wissenschaftler deuten darauf hin, dass Lagash auf erhöhten Hügeln in Sümpfen errichtet wurde und möglicherweise aus 33 kleinen sumpfigen Inseln bestand.

Die antike Stadt Lagash. Quelle:David Stanley

"Die Entwicklung von Lagasch als Moorstadt kann auf verschiedene Weise durch menschliche Aktivitäten und Umweltveränderungen bedingt gewesen sein", so Hammer.

Die Forschung zeigt auch, dass die Siedlung durch eine dichte architektonische Bebauung gekennzeichnet war, die sich über 300 Hektar erstreckte. Die Bilder der Drohne zeigen potenzielle kleine Häfen, die es ermöglichten, mit dem Boot zwischen verschiedenen Sektoren der Stadt zu pendeln. Auch mögliche Überreste ehemaliger Brücken kamen zum Vorschein.

Die Siedlung hatte kein geografisches Zentrum, so dass sich die sozialen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den einzelnen Teilen der Stadt getrennt entwickelten, wie im Falle Venedigs. Die klar abgegrenzten Mauern und Straßen auf einigen der Inseln bestätigen diese Annahme. Man nimmt an, dass der eine in der Landwirtschaft und der andere in der Fischerei tätig war.

Insgesamt weisen die Forschungen der Wissenschaftlerin Emily Hammer auf drei Inseln in der Nähe des Persischen Golfs hin, sowie auf eine Insel, die von einem riesigen Tempel beherrscht wird. Sie erstrecken sich alle bis zum Meer, was den Gedanken bekräftigt, dass Lagasch eine sesshafte Stadt auf den Feuchtgebietsinseln war.

Schließlich konnte die Drohne Hinweise auf kontrastreiche Umgebungen aufdecken, die entweder durch eine bestimmte Art der Stadtgestaltung oder eine zufällige Anordnung gekennzeichnet sind. Letzteres wird auf Migrationswellen von Bauleuten und Sklaven zwischen 4600-4350 zurückgeführt. Gelehrte haben darauf hingewiesen, dass die Stadt während ihrer Blütezeit dem heutigen Chicago ähnelte.

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Doch wie viele andere Zivilisationen war auch die Siedlung von Lagash dem Untergang geweiht.

Quelle: focus.сom

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