Unterwasser-Internetkabel sind relativ zerbrechlich und können leicht beschädigt werden. Jedes Jahr ereignen sich mehr als 100 Vorfälle. Nach den Explosionen der Nord Stream-Gaspipeline haben sich verschiedene Regierungen verpflichtet, die Unterwasserinfrastruktur besser zu schützen, berichtet wired.com.

Das Afrika-Asien-Europa-Internetkabel erstreckt sich über 24.944 km über den Meeresboden und verbindet Hongkong mit Frankreich und Indien mit Griechenland. Als das Kabel am 7. Juni gekappt wurde, waren Millionen von Menschen in 7 Ländern ohne Internet. Die Lage in Äthiopien war äußerst kritisch, da 90 % der Bevölkerung über keinerlei Anschlussmöglichkeiten verfügten. Auch die Cloud-Dienste von Google, Amazon und Microsoft fielen aus, wie eine anschließende Analyse ergab.

Internet-Netzwerke. Quelle: Getty Images

Obwohl die Verbindung innerhalb weniger Stunden wiederhergestellt werden konnte, zeigt dieser Ausfall, dass die Unterwasser-Internetkabel, von denen es 550 gibt, sehr anfällig sind. Sechzehn dieser 550 Unterwasserkabel, die nicht dicker als ein Schlauch sind und beschädigt werden könnten, wenn sie von einem Anker oder einem Erdbeben getroffen werden, verlaufen auf dem Grund des Roten Meeres, landen dann in Ägypten und erreichen das Mittelmeer, das Europa mit Asien verbindet. In den letzten 20 Jahren hat sich dieser Weg zu einem der am meisten gefährdeten Orte im Internet entwickelt.

Trotz solcher Gefahren ist es nicht realistisch, das gesamte Netz abzuschalten. Unternehmen, die Daten über Untersee-Internetkabel versenden, verwenden in der Regel mehr als ein Kabel. Fällt eine aus, wird der Verkehr über die anderen umgeleitet. Redundanz ist von entscheidender Bedeutung - deshalb haben Google, Facebook und Microsoft in den letzten Jahren Hunderte von Millionen Dollar für ihre eigenen Unterwasser-Internetkabel ausgegeben.

Es ist auch bekannt, dass die ägyptische Regierung versucht, die Glasfaserkabel so gut wie möglich zu schützen, indem sie eine neue Überlandroute entlang des Suezkanals verlegt - die Kabel sollen in Betonkanälen verlegt werden, um sie zu schützen. In einigen Staaten, wie z. B. Tonga (Polynesien), wo es nur ein einziges Kabel gibt, könnte eine Beschädigung dieses Kabels jedoch katastrophale Folgen haben.

Trotz der Beliebtheit des Starlink-Satelliteninternets kann es kein vollwertiger Ersatz für Unterseekabel sein. Laut Alan Moldin, Forschungsdirektor bei TeleGeography, "können Satelliten die Übertragung von Hunderten von Terabits an Daten zwischen Kontinenten nicht bewältigen. Das können nur Glasfaserkabel leisten." Darüber hinaus sind Satellitensysteme auch auf kabelgebundene Verbindungen angewiesen, um sich mit dem Internet zu verbinden.

Internet-Kabelnetze

Auch Google hat versucht, Ägypten mit all seinen Gefahren zu "umgehen". Im Juli 2021 kündigte das Unternehmen ein Blue-Raman-Zwillingsunterwasserkabel an, das Indien mit Frankreich verbinden soll. Eines der Kabel, Blue, würde durch Israel nach Europa führen, während das andere, Raman, Saudi-Arabien und Indien verbinden würde. Das Projekt wird voraussichtlich in 2 Jahren abgeschlossen sein.

Es gibt ein weiteres Projekt, das SAEx-Kabel, das Europa umgehen und Afrika mit Amerika und Singapur verbinden würde. Die Route wird "vollständig in tiefem Wasser" verlaufen und somit viele Risiken wie Anker, Piraten und Kriegsgebiete vermeiden. Es ist unwahrscheinlich, dass dieses Kabel und der Blaue Ramen die durch Ägypten verlaufenden Kabel ersetzen werden, aber sie könnten eine Alternative sein.

Letztlich wird Ägypten immer der Knotenpunkt für Internetverbindungen in Europa und Asien sein. Die Geografie kann nicht verändert werden. Dennoch, so Moldin, muss mehr für den Schutz von Unterwasser-Internetkabeln getan werden, da jeder auf sie angewiesen ist. "Für die nationale Sicherheit und die Wirtschaft ist es sehr wichtig, dass das alles funktioniert", betonte der Analyst.

Quelle: focus.сom

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