An unserem Hochzeitstag denken wir, dass es immer schön und glücklich sein wird, aber manche Paare trennen sich doch. Zum Glück hat jeder die Möglichkeit, die Scheidung einzureichen, wenn in der Ehe etwas nicht stimmt. Früher hatten Frauen dieses Recht nicht, und der Satz "bis dass der Tod uns scheidet" wurde nicht zu einem Versprechen, sondern zu einem Urteil.

Caroline Norton hatte alles: die Schönheit, den Charme und die subtile Intelligenz. Als Enkelin eines Schauspielers und Schriftstellers war sie auch sehr gebildet und konnte ein Gespräch über jedes Thema führen. Das einzige, was ihr fehlte, war Geld.

Wegen dieser musste sie im Jahr 1827 der Heirat mit dem ehrgeizigen George Norton, einem sehr wohlhabenden Mann, zustimmen. Sie war erst nur neunzehn Jahre alt.

George Norton. Quelle: goodhouse.com

Diese Ehe war von Anfang an dem Untergang geweiht.

Das Paar stritt sich über jedes Thema: Caroline war eine Sozialreformerin und George war ein Tory. Caroline hatte kein Recht, ihrem Mann in der Öffentlichkeit zu widersprechen.

Wenn er mit seiner Frau allein war, hat George sie geschlagen.
Manchmal wurden die Schläge so heftig, dass die Bediensteten eingreifen mussten. Zweimal verließ Caroline ihren Mann, aber jedes Mal kehrte sie um ihrer Kinder willen zurück.

Caroline Norton. Quelle: goodhouse.com

In den 1830er Jahren war Caroline aufgeblüht. Sie war nicht nur zu einer der attraktivsten Frauen in ihrem Umfeld geworden, sondern hielt auch einen politischen Salon ab, in dem die Gäste ihre Meinungen austauschen konnten.

Caroline stand dem späteren Premierminister Lord Melbourne - einigen Gerüchten zufolge - sehr nahe. Als die Gerüchte George erreichten, wurde er wütend und verklagte. Die Richter verzichteten jedoch aus Mangel an Beweisen auf eine Anklage, was Nortons Wut nur noch mehr anheizte. Er warf Caroline aus dem Haus und verbot ihr, ihre eigenen Kinder zu sehen.

Caroline Norton. Quelle: goodhouse.com

In der frühen viktorianischen Ära hatten Frauen nicht mehr Rechte als Verrückte, die in Anstalten für Geisteskranke eingesperrt waren. Der gesamte Besitz einer Frau nach der Heirat ging an ihren Mann. Der Ehemann könnte sie einsperren, schlagen und ihr keinen Regress gewähren. Selbst ihre Kinder gehörten nicht zu ihr, sondern zu ihm.

Was die Ehescheidung anbelangt, so lag die Auflösung der Ehe in der Domäne der Kirche von England und galt als Verbrechen gegen Gott. Dennoch gab es Möglichkeiten, wie eine Ehe aufgelöst werden konnte.

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Die erste war, wenn die Ehe wegen der Impotenz des Mannes, der Blutsverwandtschaft zwischen Mann und Frau oder der Unzurechnungsfähigkeit eines der Ehegatten als nichtig angesehen wurde. In solchen Fällen erlaubte die Kirche die Scheidung und eine neue Ehe. Die zweite war im Falle von Ehebruch, Sodomie oder körperlicher Misshandlung. Und der dritte Weg war, sich zuerst zu trennen und dann den Ehepartner wegen Ehebruchs zu verklagen. Im letzteren Fall würden die Kinder nicht als unehelich gelten.

Caroline Norton. Quelle: goodhouse.com

Dank ihrer Verbindungen im Parlament versuchte Caroline, den Matrimonial Causes Act durchzusetzen, der die Kinder nach der Scheidung bei ihren Müttern beließ, sofern diese nicht des Ehebruchs für schuldig befunden wurden. Das Gesetz machte auch die Scheidung erschwinglicher und die Verantwortlichkeiten der Ehegatten mussten in einem Vertrag festgelegt werden. 1870 wurde der Married Women's Property Protection Act (Gesetz zum Schutz des Eigentums von verheirateten Frauen) in Kraft gesetzt, der es verheirateten Frauen erlaubte, Eigentum zu erben und vor Gericht zu verhandeln. Zum ersten Mal in der britischen Geschichte wurde eine Frau als eigenständige Rechtsperson behandelt und nicht einfach als Ergänzung zu ihrem Mann.

Im Jahr 1877, als Caroline Georges Ex-Mann starb und Caroline 69 Jahre alt war, konnte sie sich mit Sir William Stirling-Maxwell wieder verheiraten. Er schenkte ihr drei Monate des Glücks, aber sie starb bald.

Caroline Norton. Quelle: goodhouse.com

Erstaunlicherweise betrachtete sich Caroline nicht nur nicht als Feministin oder Suffragette, sie betonte auch, dass eine Frau sich einem Mann unterordnen sollte, und sie glaubte nicht an die Gleichberechtigung der Geschlechter.

Das hinderte sie nicht daran, das Gesicht des britischen Scheidungsprozesses komplett zu verändern.

Jane Campbell

Jane war keine politische Aktivistin und lebte Jahrzehnte vor Caroline. Dennoch war sie die erste Frau, die die Scheidung von ihrem Mann Edward Addison einreichte. Als Grund für die Scheidung nannte Jane "inzestuösen Ehebruch" - Addison hatte eine Affäre mit ihrer Schwester Jessie gehabt.

Jane war eines der zwölf Kinder von Sir James Campbell. Im Jahr 1788 heiratete sie Edward Addison, einen Londoner Kaufmann. Das Paar hatte Kinder: einen Sohn und eine Tochter.

Im Jahr 1790 hatte Edward eine Affäre mit der älteren Schwester seiner Frau Jessie. Acht Jahre später verklagte er Eddison und bekam 5.000 Pfund Schadenersatz zugesprochen. Diese Nachricht erreichte Janes Ohren und sie war entsetzt und weigerte sich, es zu glauben. Sie verließ ihren Mann und kehrte zu ihrem Vater nach Schottland zurück. Später ging sie das Risiko ein, vor Gericht zu gehen und erwirkte die Scheidung.

Janes Fall wurde vor das House of Lords gebracht. Beweise für Addisons Ehebruch wurden gefunden: Diener, die ihren Herrn beim Sex mit Jessie gesehen und gehört hatten. Edward selbst erschien nicht zur Verhandlung - er hatte keine 5.000 Pfund und floh einfach aus dem Land.

Zusätzlich zur Scheidung sprach das Gericht Jane das Sorgerecht für die Kinder zu, was für die damalige Zeit unglaublich war. Im Jahr 1802 heiratete Jane wieder, und diese Geschichte, obwohl für die Frau persönlich traumatisch war, wurde für sie gut gelöst.

Jane hatte viel mehr Glück als viele andere Frauen, die von Gewalttätern und Aggressoren gefangen genommen wurden. Es sollte noch Jahrzehnte dauern, bis Frauen das Recht hatten, Ehen nach Belieben aufzulösen.

Quelle: goodhouse.com

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