Das somalische Parlament erwägt einen Gesetzentwurf, der nach Meinung der Öffentlichkeit sexuelle Gewalt gegen Kinder wirksam legitimiert. Nach dem Gesetz können Mädchen bereits im Alter von 11 bis 12 Jahren verheiratet werden, ohne ihre Zustimmung einholen zu müssen.

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Darüber hinaus wäre die Zustimmung der Braut unerheblich, wenn ihre Eltern der Heirat zustimmen. Diese Änderungen sind ein riesiger Rückschritt, sagen Aktivisten.

"Dieses Gesetz wird eine bedeutende Niederlage im Kampf gegen sexuelle Gewalt in Somalia und auf der ganzen Welt bedeuten", sagte die UN-Sonderbeauftragte für sexuelle Gewalt, Pramilla Patten, und fügte hinzu, dass die Änderungen des Gesetzes sofort von der Tagesordnung gestrichen werden sollten.

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Nach Angaben der UNO heiraten heute 45 Prozent der somalischen Frauen vor dem Alter von 18 Jahren. Vor sieben Jahren, im Jahr 2013, stimmte Somalia Gesetzesänderungen zu, die Mädchen vor Zwangsheirat schützen sollen. Doch nun hat das somalische Parlament beschlossen, zu einer traditionelleren Art der Regulierung ehelicher Verbindungen zurückzukehren.

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Auch in Somalia selbst protestieren Tausende von Menschen gegen Gesetzesänderungen und unterzeichnen eine Petition zur Ablehnung der Änderungen. Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens werfen den Gesetzgebern vor, dass sie versuchen, "durch die Legalisierung der Kinderheirat die Kindheit der Kinder zu stehlen".

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Gewalt gegen Frauen ist typisch für Somalia. Hier werden Mädchen und Frauen am häufigsten beschnitten - fast alle Frauen in Somalia haben sich einmal der Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung unterzogen.  Viele Aktivisten verbinden das Aufkommen der Kinderheirat auf der politischen Agenda mit der katastrophalen wirtschaftlichen Situation und den durch die Pandemie verursachten Schulschließungen.

Die Lage in Somalia hat sich durch anhaltende Regenfälle und Überschwemmungen noch verschärft. Es gibt heute mehr als 100.000 Flüchtlinge in Somalia, die wegen der Überschwemmungen aus ihrer Heimat fliehen mussten. Besonders betroffen ist die Stadt Afgoye, wo ganze Landstriche weggespült wurden und Tausende von Familien obdachlos sind.

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