Es war eine Routineexpedition - die Wissenschaftler waren mit einem Tiefseetauchboot unterwegs, um das Leben am Meeresboden vor der Küste Westaustraliens zu erforschen, als ihr Schiff unerwartet auf ein riesiges Unterwassertier von 45 Metern Länge stieß, berichtet The Guardian.

Laut Nerid Wilson vom Museum of Western Australia war die gallertartige Kreatur so groß, dass man einfach nicht an ihr vorbeigehen konnte. Die Forschung fand in einer Tiefe von etwa 600 Metern in einem Unterwasser-Steinbruch statt.

Ein riesiger Siphonophor, 45 Meter lang. Quelle:ROV SuBastian/Schmidt Ocean Institute

Das riesige Etwas sah von weitem wie ein Seil am Horizont aus. Als sie jedoch näher kamen, erkannten die Forscher, dass sie auf einen riesigen spiralförmigen Siphonophoren trafen. Der Tiefsee-Siphonophore war etwa 45 Meter lang und zog seine tödlichen Tentakel hinter sich her - die Forscher glauben, das längste Tier des Planeten entdeckt zu haben.

Laut Wilson waren sie gerade auf dem Rückweg zum Forschungsschiff, als sie auf die riesige Unterwasserspirale stießen. Über Bildschirme an verschiedenen Stellen des Forschungsschiffs werden Live-Bilder aus dem Unterwasserfahrzeug übertragen. Das Forschungsteam war von dem, was sie sahen, sowohl fasziniert als auch verblüfft.

Der Tauchgang verzögerte sich, so dass die Wissenschaftler nur wenige Minuten Zeit hatten, sich mit dem riesigen Siphonophoren vertraut zu machen. Doch selbst diese Zeit reichte aus, um die Riesenspirale zu umrunden, ein paar Fotos zu machen und sogar Gewebeproben zu entnehmen.

So sehen die Siphonophoren aus der Nähe aus. Quelle:ROV SuBastian/Schmidt Ocean Institute

Siphonophoren haben gallertartige Körper und gehören zur gleichen Gruppe wie Quallen. Sie haben jedoch eine einzigartige Körperstruktur - obwohl diese Kreaturen wie Dutzende von aneinandergeklebten Quallen aussehen, sind sie ein einziger Organismus. Die Siphonophoren haben sich jedoch nicht auf natürliche Weise entwickelt (Körper mit Organen), sondern stellen separate Teile (Zooide) dar, die für bestimmte Funktionen - Ernährung, Fortpflanzung und Bewegung - zuständig sind.

Wissenschaftler glauben, dass es ihnen gelungen ist, einen Vertreter einer neuen Art der Gattung Apolemia zu fangen, einer Gruppe, die im Allgemeinen wie eine Boa mit verschlungenen Federn aussieht. Die spiralförmige Anordnung der Siphonophoren ist dafür bekannt, dass sie eine Fresshaltung darstellen. Mit Dutzenden von tödlichen Tentakeln erzeugen sie im Wasser eine Art "Todeswand" und locken so ihre Beute - Krebse und Fische - an.

Quelle: focus.сom

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