Deutschland scheint überhaupt nicht das Land zu sein, in dem die Menschen erst vor 150 Jahren in Höhlen lebten. Aber in Harz gibt es eine kleine Stadt Langenstein, in der Höhlenhäuser bis heute erhalten sind.

Das Interessanteste besteht darin, dass sie nicht vor Jahrhunderten, sondern Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut wurden. In den 1850er Jahren beschlossen die Anwohner aufgrund mangelnder Wohnplätze, den nahe gelegenen Hügel in ihre Häuser zu verwandeln.

Der Berg, der zum Haus wurde

Tatsache ist, dass Deutschland im 19. Jahrhundert eine rasche Verstädterung und Industrialisierung erlebte. Die Bevölkerung des Landes wuchs schnell, ebenso wie die Arbeitslosigkeit und die Binnenmigration: Die Menschen zogen auf der Suche nach Arbeit und einem sicheren Lebensunterhalt von einem Ort zum anderen.

Ein Haus in dem Berg. Quelle: travelask

Dann gehörte Langenstein der Familie Rimpau. Die Familie besaß eine große Farm, die wuchs und ständig neue Arbeiter brauchte. Zu dieser Zeit war es leicht, Arbeiter für die Farm zu finden, aber sie hatten keinen Platz zum Leben. Und dann machte Rimpau auf den Sandsteinhügel in der Nähe der Stadt aufmerksam und machte einen sehr ungewöhnlichen Vorschlag: Die Arbeiter können ihre eigenen Häuser bauen, indem sie sie in der Höhle machen.

Ein Haus in dem Berg. Quelle: travelask

Der Landbesitzer versprach auch, dass sie bis zum Ende ihrer Tage in ihren Höhlenhäusern leben dürfen. Nun, er versorgte sie mit Arbeit: Unter den Bedingungen der Arbeitslosigkeit, die im Land herrschten, waren dies sehr angenehme Prämien.

Häuser in dem Berg

Gleichzeitig wurde das Gebiet auf den Berg nummeriert, und die Nummer wurde der Familie des Arbeiters zugewiesen. Der Sandstein, aus dem dieser Hügel gebaut ist, ist ein sehr weiches und biegsames Material, und es ist durchaus möglich, darin eine Höhle zu schaffen.

Deshalb arbeiteten die Arbeiter tagsüber auf der Farm und bohrten abends mit Handwerkzeugen ihre Häuser. Nach ungefähr anderthalb Jahren hatte jeder Besitzer eines Stücks dieses Berges sein eigenes Haus in den Felsen, das er mit Möbeln ausstattete und für den Rest seines Lebens darin leben konnte. Die Wände sind immer noch uneben: Spuren von wiederholtem Abplatzen weisen auf die Bemühungen der Arbeiter hin, ein Haus zu schaffen.

Ein Haus in dem Berg. Quelle: travelask

Interessanterweise ließen Höhlenbewohner aus praktischen Gründen Vieh direkt auf den Dächern grasen. Ja, dann haben die Ziegen buchstäblich die Funktionen von Landschaftsarchitekten durchgeführt. Tatsächlich behinderten die Tiere das Wachstum der Vegetation und trugen so dazu bei, das Dach des Hauses zu erhalten, da es sonst einstürzen könnte.

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Insgesamt wurden in Langenstein zehn solcher Häuser angelegt, von denen bis heute nur fünf erhalten sind. Der letzte Bewohner des Höhlenhauses starb 1910, und diese Räumlichkeiten wurden lange Zeit als Lagerhäuser genutzt. Später wurden sie mit Beton gefüllt, um Häuser über der Höhle zu bauen.

Ein Haus in dem Berg. Quelle: travelask

Die verbleibenden fünf Höhlen wurden jedoch in den 1990er Jahren in Ordnung gebracht und man versucht nun, sie als einen einzigartigen Teil der Geschichte der Region zu erhalten.

Quelle: travelask

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